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Meta Quest 3, Quest 3S und XREAL One im Praxistest

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    Remote-Arbeit gehört im Anlagenbau längst zum Alltag, doch rechenintensive Tätigkeiten wie 3D-CAD und Programmierung stellen dabei besondere Anforderungen. Wer von zu Hause, unterwegs oder an einem zweiten Standort arbeitet, braucht dieselbe Leistung wie am festen Arbeitsplatz. Damit die Produktivität außerhalb des Büros nicht leidet, muss die Hardware auch bei anspruchsvollen Modellen flüssig bleiben und über Stunden bequem zu tragen sein.

    Vor diesem Hintergrund haben wir bei IntegaDesign drei aktuelle Headsets im internen Test verglichen: die Meta Quest 3, die leichtere Meta Quest 3S und die AR-Brille XREAL One. Die Idee dahinter ist, mit Virtual oder Augmented Reality überall ein virtuelles Büro aufzuspannen, mit großen Bildschirmen und Zugriff auf eine leistungsstarke Workstation, ohne physisch im Büro zu sein. Dieser Beitrag fasst Aufbau, Ergebnisse und Erfahrungswerte des Tests zusammen und zieht ein Fazit für den produktiven Einsatz im CAD-Umfeld.

    Der Testaufbau

    Getestet haben wir die Geräte in mehreren Versuchsreihen unter Bedingungen, die dem echten Arbeitsalltag nahekommen. Zum Einsatz kamen Meta Horizon Workrooms als virtuelle Büroumgebung, die Kollaborationsplattform Glue sowie klassischer Remote-Desktop-Zugriff auf unsere Workstations. Bewusst standen nicht Spiele oder kurze Demos im Vordergrund, sondern rechenintensive Tätigkeiten: das Arbeiten an detailreichen 3D-CAD-Modellen und das Programmieren über längere Sitzungen hinweg. Bewertet wurden vor allem drei Kriterien, die über die Alltagstauglichkeit entscheiden: die Latenz zwischen Eingabe und Anzeige, der Tragekomfort über mehrere Stunden und die Bildqualität samt Sichtfeld.

    Meta Quest 3 und 3S

    Beide VR-Headsets arbeiten kabellos und eigenständig, was viel Bewegungsfreiheit ermöglicht, und stützen sich auf ein großes App-Ökosystem für die Zusammenarbeit in VR. Die Einrichtung verlief unkompliziert, und für Meetings oder gemeinsame Sitzungen in einer virtuellen Umgebung ist der Ansatz durchaus reizvoll. Das Sichtfeld ist mit etwa 97 Grad angenehm groß, sodass die virtuelle Umgebung immersiv wirkt.

    In der Praxis zeigten sich jedoch deutliche Einschränkungen, sobald es um konzentriertes, produktives Arbeiten ging. Die Latenz zwischen Eingabe und Anzeige war oft zu hoch. Besonders bei detailreichen CAD-Modellen und beim schnellen Programmieren hinkte der Bildaufbau gelegentlich hinterher. Was beim Gaming tolerierbar sein mag, stört beim präzisen Arbeiten erheblich, weil jede kleine Verzögerung den Arbeitsfluss unterbricht.

    Hinzu kam die Wärmeentwicklung. Nach ein bis zwei Stunden wurde das Headset spürbar warm, und in Verbindung mit dem Gewicht litt der Tragekomfort. Längere ununterbrochene Arbeitsphasen wurden so zur Herausforderung, obwohl genau diese im Konstruktionsalltag die Regel sind. Unser Fazit für die Quest 3 und 3S: Für Meetings in VR oder einfachere Aufgaben sind sie brauchbar, für stundenlanges, fokussiertes Arbeiten in rechenintensiven Anwendungen stoßen sie an ihre Grenzen.

    XREAL One

    Die XREAL One verfolgt einen anderen Ansatz. Sie ist eine AR-Brille für die Darstellung virtueller Bildschirme und kein eigenständiges Gerät, sondern wird an ein Notebook oder Smartphone angeschlossen. Unser Test erfolgte vorwiegend mit einem leistungsstarken Laptop, an den die Brille direkt per Kabel angebunden war.

    Bereits nach kurzer Zeit war der wichtigste Unterschied klar: Durch die direkte Kabelverbindung gab es praktisch keine spürbare Latenz. Die virtuellen Bildschirme reagierten schnell und flüssig auf Eingaben, auch bei komplexen CAD-Zeichnungen oder viel Scrollen im Code. Für produktives Arbeiten ist das der entscheidende Punkt, weil die Verzögerung, die bei den VR-Headsets störte, hier schlicht nicht auftritt.

    Ein weiterer Pluspunkt ist der Tragekomfort. Die Brille ist sehr leicht, sitzt auch über längere Zeit angenehm und wurde im Dauerbetrieb nur mäßig warm, da das offene Design die Wärme abführt. So ließ sich stundenlang in der virtuellen Arbeitsumgebung bleiben, ohne dass das Gerät selbst zur Belastung wurde. Zwei Punkte fielen negativ auf: Das Sichtfeld ist mit 52 Grad etwas begrenzter als bei den VR-Headsets, und der volle Funktionsumfang erfordert eine Kabelverbindung, was die Bewegungsfreiheit einschränkt, weil man in Reichweite des verbundenen Geräts bleiben muss. Insgesamt fiel das Urteil dennoch klar positiv aus, weil Leistung und Tragekomfort für den produktiven Einsatz überzeugten.

    Die getesteten Geräte im Vergleich

    Stellt man die Geräte gegenüber, zeigen sich zwei unterschiedliche Profile. Die Meta Quest 3 und 3S punkten mit kabellosem, eigenständigem Betrieb, einem großen VR-Ökosystem samt Mixed-Reality-Funktionen und einem großzügigen Sichtfeld von etwa 97 Grad. Dem stehen eine spürbare Latenz, die Wärmeentwicklung und der eingeschränkte Tragekomfort bei längerer Nutzung gegenüber, die den produktiven Dauereinsatz erschweren.

    Die XREAL One kehrt dieses Bild um. Ihre Stärken sind die sehr geringe Latenz, das leichte und komfortable Tragen sowie die geringe Wärmeentwicklung, also genau die Eigenschaften, die für stundenlanges Arbeiten zählen. Ihre Schwächen sind das kleinere Sichtfeld von 52 Grad und die notwendige Kabelverbindung. Für den produktiven Einsatz im CAD-Umfeld gab in unserem Test damit die XREAL One den Ausschlag, während die Meta-Headsets ihre Stärken eher in Meetings und kollaborativen VR-Szenarien ausspielen.

    Ausblick

    Unsere langfristige Vision ist ein Arbeitsplatz ohne externe Displays und klobige Workstations. Ein erster Schritt ist bereits gelungen: In einem Pilotprojekt haben wir die XREAL One mit einem Samsung Galaxy S24+ gekoppelt, das Smartphone über Samsung DeX in einen Desktop-Modus versetzt und per VPN sicher mit unserer Workstation im Firmennetz verbunden. Das Ergebnis war ein vollwertiger virtueller Arbeitsplatz, der ohne festen Bildschirm auskommt und dennoch auf die volle Rechenleistung im Firmennetz zugreift.

    Weitere Tests sind bereits geplant. Die XREAL One Pro mit etwas größerem Sichtfeld steht kurz vor der Veröffentlichung, und mit der Visor 4K kündigt sich eine weitere AR-Brille an, die möglicherweise noch bessere Ergebnisse liefert. Beide werden wir ebenfalls auf ihre Eignung für den produktiven Einsatz prüfen. Trotz kleinerer Hürden stimmen uns die bisherigen Ergebnisse optimistisch, dass mobiles, ortsunabhängiges Arbeiten auch für rechenintensive CAD-Aufgaben zunehmend praxistauglich wird.

    Meta Quest 3, Quest 3S und XREAL One im Praxistest
    21. Mai 2025
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