Stahlbauverbindungen in Plant 3D waren lange nur eingeschränkt möglich. Einfache Profile und Konstruktionen ließen sich zwar abbilden, doch sobald komplexe Verbindungen zwischen Profilen und Trägern gefragt waren, endete der durchgängige Workflow. Gerade im Sekundärstahlbau, wo Halterungen, Konsolen und Anschlüsse präzise und im Detail exakt sein müssen, war das eine spürbare Lücke. Wer die Verbindungen sauber ausmodellieren wollte, kam am Umweg über Advance Steel nicht vorbei.
Mit SuCri® Modul 3 lassen sich komplexe Stahlbauverbindungen erstmals direkt in Plant 3D modellieren. Für Konstrukteure, CAD-Verantwortliche und Projektleiter bedeutet das mehr als eine zusätzliche Funktion: Der Wechsel zwischen zwei Programmen entfällt, das Modell bleibt durchgängig in einer Umgebung, und die Fertigungsdokumentation entsteht aus derselben Quelle. Dieser Beitrag ordnet ein, warum die bisherige Lücke im Projektalltag teuer war, wie der neue Ablauf aussieht und welche Verbindungen sich damit abbilden lassen.
Warum Stahlbauverbindungen in Plant 3D lange eine Lücke waren
Plant 3D ist auf die Rohrleitungsplanung und die Anlagenmodellierung ausgelegt. Stahlbau kommt darin vor allem als tragende und stützende Struktur vor, etwa als Rohrbrücke, Bühne oder als Halterung für Leitungen und Apparate. Diesen Sekundärstahlbau grob abzubilden, war schon immer möglich. An Grenzen stieß die Arbeit dort, wo aus einer geometrischen Andeutung eine fertigungsreife Verbindung werden sollte.
Eine belastbare Verbindung ist mehr als zwei sich berührende Profile. Sie umfasst die Art des Anschlusses, die passenden Anschlussteile, die richtige Lage zueinander und am Ende eine Darstellung, aus der sich Zeichnungen und Stücklisten ableiten lassen. Genau diese Detailtiefe konnte Plant 3D für komplexe Stahlbauverbindungen bisher nicht liefern. Die Folge war ein Bruch mitten im Planungsprozess: Das Rohrleitungsmodell lag in Plant 3D, die detaillierten Stahlbauverbindungen mussten anderswo entstehen.
Was der Umweg über Advance Steel im Projekt gekostet hat
Der klassische Ablauf verlief in mehreren Stufen. In Plant 3D entstanden Profile, Supports und Klemmsysteme. Für komplexere Verbindungen wurde das Modell nach Advance Steel exportiert, dort wurden die Baugruppen fertiggestellt und die Zeichnungen abgeleitet. Anschließend musste das Ergebnis als externe Referenz zurück in Plant 3D geholt werden, damit das Gesamtprojekt aktuell blieb.
Dieser Weg war nicht nur zeitaufwendig, sondern auch strukturell fehleranfällig. Jeder Export und jeder Reimport ist eine Stelle, an der Daten auseinanderlaufen können: Ein Stand wird aktualisiert, der andere nicht, und schon stimmen Modell, Zeichnung und Stückliste nicht mehr überein. In Projekten mit mehreren Bearbeitern und mehreren Änderungsrunden summiert sich dieses Risiko, weil die Synchronisation zwischen zwei Modellen von Hand nachgehalten werden muss.
Hinzu kamen zwei weitere Kostenfaktoren. Zum einen die zusätzliche Lizenz für Advance Steel, die vorgehalten und gepflegt werden muss. Zum anderen der ständige Kontextwechsel: Wer zwischen zwei Programmen mit unterschiedlicher Logik und Bedienung hin- und herspringt, verliert Zeit und Konzentration, und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter dauert länger, weil sie beide Werkzeuge beherrschen müssen. Im Ergebnis war die Detaillierung der Stahlbauverbindungen oft ein Terminrisiko, das erst spät im Projekt sichtbar wurde.
Der durchgängige Workflow mit SuCri Modul 3
Mit Modul 3 bleibt der gesamte Ablauf in Plant 3D. Profile, Supports und Klemmsysteme werden wie gewohnt erstellt, die Sekundärbauteile und ihre Verbindungen kommen direkt mit Modul 3 hinzu, und die Fertigungsdokumentation entsteht anschließend über Modul 4. Damit entfallen der Export, der Reimport und die Pflege eines zweiten Modells vollständig. Plant 3D wird zur durchgängigen Plattform für den Sekundärstahlbau, ohne Medienbrüche.
Wichtig ist das Zusammenspiel der beiden Module. Modul 3 stellt die Verbindungen her, Modul 4 übernimmt die Nummerierung und die Ableitung von Zeichnungen, Bemaßung und Stücklisten. Weil beide auf demselben Modell arbeiten, stammen Konstruktion und Dokumentation aus einer Quelle. Ändert sich etwas an einer Verbindung, wirkt sich das unmittelbar auf die abgeleitete Dokumentation aus, statt in einem getrennten Programm nachgezogen werden zu müssen.
Welche Verbindungen möglich sind
Modul 3 bindet sowohl die Hilti- als auch die Sikla-Systeme ein und deckt damit die gängigen Verbindungstypen des Sekundärstahlbaus ab. Über Hilti lassen sich I-, T-, X- und V-Verbindungen von Profilen und Trägern erzeugen. Über Sikla stehen dieselben Verbindungstypen bereit, ergänzt um alle Verbindungen, die sich mit den Eckverbindern EV CC41-1 bis EV CC41-5 realisieren lassen, um mehrere Profile an ein Hauptprofil anzuschließen.
Die Verbindungstypen entsprechen den typischen Situationen, die im Sekundärstahlbau immer wieder auftreten. Eine I-Verbindung ist die Endverbindung eines Profils, etwa über EPD-Adapter oder Endkappen, und schließt ein Profil sauber ab. Eine T-Verbindung schließt ein Profil rechtwinklig an einen durchlaufenden Hauptträger an, wie es bei Abzweigen und Konsolen der Fall ist. Eine X-Verbindung bildet die Kreuzung zweier Profile, und eine V-Verbindung verbindet zwei Profile in einem Winkel miteinander, etwa bei Verstrebungen und Aussteifungen.
Über die Sikla-Eckverbinder kommen Mehrfachverbindungen hinzu, bei denen mehrere Profile an einem Hauptprofil zusammenlaufen. Solche Knotenpunkte sind in der Halterungsplanung häufig und mussten bisher besonders aufwendig detailliert werden. Mit Modul 3 stehen sie als reguläre Verbindung zur Verfügung. Damit lassen sich in Plant 3D erstmals alle gängigen Verbindungstypen für den Sekundärstahlbau direkt abbilden.
Was sich für Qualität und Dokumentation ändert
Der sichtbarste Gewinn ist die eingesparte Zeit, weil Export und Reimport entfallen. Der wichtigere Gewinn ist die Konsistenz. Wenn Primär- und Sekundärstahlbau im selben Modell entstehen, gibt es keine zweite Fassung, die nachgepflegt werden muss. Kollisionen zwischen Stahlbau und Rohrleitung werden früher sichtbar, weil beide Gewerke in derselben Umgebung liegen, und Änderungen lassen sich an einer Stelle durchführen, statt sie zwischen zwei Modellen abzugleichen.
Auch die Dokumentation profitiert. Weil die Zeichnungen und Stücklisten über Modul 4 direkt aus dem Modell abgeleitet werden, passen sie immer zum aktuellen Konstruktionsstand. Das reduziert den klassischen Fehler, bei dem eine Zeichnung einen älteren Stand zeigt als das Modell, und macht die Übergabe an Fertigung und Montage verlässlicher. Gerade in Projekten mit vielen Halterungen ist diese Durchgängigkeit der Unterschied zwischen einer Dokumentation, der man traut, und einer, die vor jedem Versand noch einmal geprüft werden muss.
Für wen sich der Umstieg besonders lohnt
Am deutlichsten wirkt der durchgängige Workflow dort, wo viel Sekundärstahlbau anfällt und häufig Änderungen kommen, etwa in der Halterungs- und Rohrbrückenplanung. Wer bislang zwei Programme und zwei Lizenzen parallel betrieben hat, spart nicht nur Kosten, sondern reduziert vor allem die Reibung zwischen den Werkzeugen. Und Teams, die neue Mitarbeiter einarbeiten, kommen mit einer einzigen, konsistenten Umgebung schneller ans Ziel.
SuCri® Modul 3 ist mit Release 25.1.1.1 seit dem 15. Oktober 2025 verfügbar. Die vollständige Beschreibung der Verbindungstypen und ihrer Einrichtung steht im SuCri-Handbuch. Wenn Sie prüfen möchten, ob der durchgängige Stahlbau-Workflow zu Ihren Projekten passt, zeigen wir ihn Ihnen gern an einem Beispiel aus Ihrer eigenen Konstruktion, statt an einem vorbereiteten Muster.